Konzerte & Tourneen
Musisfera-Redaktion
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Aerosmith-Reunion zu fünft funktioniert, weil sie nach zwei Abenden endet

Joey Kramer sitzt für zwei Konzerte in der Hollywood Bowl wieder am Schlagzeug. Das ist kluge Verknappung, und die Band sollte nicht versuchen, daraus eine Tour zu machen.

Veröffentlicht
24. Oktober 2026
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3 min
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Foto: edans / Wikimedia Commons (CC BY 2.0)

Ist das Wertvollste, was eine Legacy-Band verkaufen kann, eine Tour oder ein Termin, der sich nie wiederholt? Aerosmith scheinen sich für Letzteres entschieden zu haben, und wir halten das für klug.

Das ist der Stand. Loudwire berichtet, dass Probenfotos, die am 20. Oktober auf Instagram geteilt wurden, alle fünf klassischen Mitglieder zeigen: Steven Tyler, Joe Perry, Brad Whitford, Tom Hamilton und Joey Kramer. Die Bildunterschrift lautete „The bad boys from Boston are back“. Die Band spielt zwei Abende in Los Angeles, am 29. Oktober und am 1. November.

Laut Consequence finden die Konzerte in der Hollywood Bowl statt und laufen unter dem Titel „California, Dream On: Aerosmith & Friends“. Es sind die ersten Auftritte der Band, seit Tylers Stimmverletzung die Abschiedstour im September 2023 gleich zu Beginn beendete. Es sind zudem die ersten mit Kramer seit Februar 2020.

Die Verknappung ist das Produkt

Zwei Abende, eine Stadt, eine Gästeliste, die sich wie ein Festival-Line-up liest. Guns N' Roses treten im Vorprogramm auf, und zu den weiteren Namen zählen Heart, The Black Crowes, Sammy Hagar und Run-DMC. Das ist keine Tour. Es ist ein Ereignis, und der Wert von Ereignissen beruht darauf, dass man sie nicht im nächsten Monat anderswo sehen kann.

Eine komplette Tour bewirkt das Gegenteil. Aus „Ich muss dabei sein“ wird „Ich gehe dann zum nächsten Termin“. Wer miterlebt hat, wie eine Abschiedstour in Zusatztermine ausfranst, weiß, wie schnell die Dringlichkeit verfliegt. Aerosmith haben Grund, sich daran zu erinnern: Ihre letzte Abschiedstour wurde fast unmittelbar nach dem Start abgebrochen, als Tylers Stimme versagte.

Das Fragile ist das Menschliche

Leicht vergisst man, wie holprig der Weg zurück war. Kramer verpasste 2019 wegen Verletzungen einige Konzerte und verklagte Anfang 2020 seine Bandkollegen mit der Begründung, sie ließen ihn nicht zurück. Die Band erklärte, er sei „our brother“, habe aber nicht auftreten können. Danach fehlte er bei allen Konzerten 2022 und 2023, nachdem er sich aus familiären Gründen und wegen des Todes seiner Frau zurückgezogen hatte.

Das ist viel Vorgeschichte für eine Stadiontournee. Zwei Abende erlauben es allen, großzügig zu sein. Lächeln auf einem Probenfoto ist eine Sache, monatelange Busfahrten, Hotels und Streit um die Setlist eine andere. Wir sagen keinen Bruch voraus. Wir sagen nur, dass eine Versöhnung am besten wirkt, wenn sie nicht lange auf die Probe gestellt wird.

Die Stimme ist der andere Grund aufzuhören

Consequence merkt an, Tyler habe seither bei einigen Benefizkonzerten und Preisverleihungen gesungen und beim Konzert „Back to the Beginning“ sehr stark geklungen. Das ist ermutigend. Aber ein Sänger, der von einer Stimmverletzung zurückkehrt, ist noch kein Sänger, der für eine lange Arena-Tour bereit ist. Zwei Konzerte, bei denen Gäste einen Teil der Last tragen, sind ein vernünftiger Test. Eine lange Tour wäre eine Wette auf eine Kehle.

Es gibt auch ein Argument aus Fansicht. Schon die Ankündigung sagt „& Friends“, und das ist unserer Ansicht nach der Reiz. Wird daraus eine Headliner-Tour, verschwinden die Freunde vermutlich, der besondere Anlass mit ihnen, und übrig bleibt ein sehr teures Nostalgiepaket.

Unser Fazit

Spielt die Bowl, macht sie großartig und lasst sie die Geschichte sein. Wenn die Nachfrage so groß ist, wie wir vermuten, wird die Versuchung für Zusatztermine stark sein, und genau das ist das Zeichen, dass das Einzelereignis gewirkt hat. Eine Band, die noch immer Menschen dazu bringt zu sagen „Ich war dabei“, sollte das nicht gegen „Ich habe sie im dritten Tourabschnitt gesehen“ eintauschen. Unser Rat an Aerosmith: den Raum verlassen, solange alle noch klatschen. Unser Rat an die Fans: Wer nach Los Angeles kommen kann, sollte hingehen und nicht auf eine Fortsetzung zählen.

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